Lust auf eine Farbberatung?

Im Januar, als ich gerade in Kambodscha war und nach passenden Stoffen suchte, startete ich eine kleine Umfrage unter Freundinnen. Meine Fragen lauteten:

  • Was für Farben trägst du gern?
  • Welche Farben stehen dir besonders gut?
  • In welcher Farbe würdest du dir dein Traumkleid aussuchen?

Das Ergebnis meiner Umfrage haute mich um: nur wenige Frauen kennen ihren Farbtypen und wissen ganz genau, welche Farben ihnen gut stehen. Die meisten antworteten eher ausweichend. Sie hätten viel Schwarz, Grau, Dunkelblau im Schrank und seien der Meinung, dass ihnen diese Farben gut stehen. Einige müssen von Elsas Eisblitz getroffen worden sein, denn sie antworteten gar nicht oder gaben erst sehr viel später zu, dass sie keine Ahnung haben, welche Farben ihnen stehen.

Uiuiui. Dass meine harmlos dahin geworfenen Fragen so schwer zu beantworten sind, hätte ich nicht gedacht. Kann es wirklich sein, dass wir uns selbst so ein blinder Fleck sind? Hat uns die morgendliche Kostümierung für den seriösen Anstrich im Job alle Lust auf Farben genommen? Oder geht unser natürliches Farbempfinden im Rausch der alljährlichen Trendfarben unter?

Da Farben ein wichtiger Teil meines Nachhaltigkeitskonzepts sind (mehr dazu im nächsten Blogpost), holte ich mir die Unterstützung einer ausgewiesenen Farbexpertin. Meine Freundin Inske arbeitet seit über 20 Jahren im graphischen Bereich. Sie hat ein unbestechliches Auge für Farbtöne, feinste Nuancen und wie sie miteinander harmonieren – oder eben nicht. Gemeinsam überlegten wir, wie meine zukünftigen Kundinnen „ihre“ Farben finden können. Damit wüsste ich dann auch, in welchen Farben ich meine Kleider bei COLOUR STORIES am besten anbiete.

Wir beschlossen, ein kleines Experiment zu wagen, und luden ein paar Freundinnen zur Farbberatung ein. Inske hatte ihre Methode zuvor schon einmal erfolgreich getestet und zwar an mir. Da ich immer noch davon zehre, wollten wir herausfinden, ob sich mein Aha-Effekt auch bei anderen einstellt.

Farbberatung – die dunkle Seite der Macht

Eine herkömmliche Farbberatung lässt sich über das Internet buchen. Sie kostet etwa 200 bis 300 Euro und läuft wie folgt ab. Die Beraterin baut einen Spiegel mit dicken, runden Glühbirnen auf, so dass man sich fühlt wie eine Filmdiva am Set. Dann bekommt man glänzende Polyestertücher auf die Schultern gelegt und muss sich Runde um Runde für die linke oder die rechte Seite entscheiden. Dabei stiert man sich so lange im Divenspiegel an, bis man glaubt, einer Zombiegroteske entsprungen zu sein.

Irgendwann erlöst einen dann die Beraterin. Sie stellt ihre Diagnose in Form einer Jahreszeit und überreicht einen Farbfächer als Patentrezept gegen künftige Fehlkäufe. Mich hat diese Erfahrung wenig überzeugt. Zum einen konnte ich die Empfehlungen der Farbberaterin nur bedingt nachvollziehen. Zum anderen ist der Farbfächer nur teilweise hilfreich, denn Sommertyp ist eben nicht gleich Sommertyp. Einer Blondine mit blauen Augen stehen naturgemäß andere Farben als einer Tanja mit dunklen Augen und Haaren. Also war ich nur halb so viel Mal schlauer als vorher.

Von der Farbberatung zum Colour Coaching

Ganz anders läuft es bei Inske ab. Statt mit einem Divenspiegel arbeitet sie nah am Fenster mit natürlichem Tageslicht. Das ist weniger anstrengend für die Augen und insgesamt freundlicher. Wir  hatten extra unsere Kleiderschränke geplündert und aus T-Shirts, Jacken, Stoffresten, Herrenhemden, Handtüchern und Schals einen Fundus aus möglichst vielen verschiedenen Farben zusammengestellt. Das mag nicht ganz so professionell sein. Wir finden es aber realistischer, mit normalen Textilien aus Baumwolle zu arbeiten als mit diesen artifiziellen Polyesterlappen, die mit normaler Kleidung gar nichts zu tun haben (ähm, unsere Handtücher mal beiseite gelassen).

Das Coole bei Inske ist, dass sie nicht der Jahreszeitenideologie folgt und keine Pauschalisierungen über Farbtypen abgibt. Bei unseren Testberatungen ist das Wort „Sommertyp“ oder „Wintertyp“ eigentlich gar nicht gefallen. Stattdessen legt sie sehr viel Wert darauf, dass die Kandidatin selbst erkennt, wie die unterschiedlichen Farben in Wechselwirkung mit ihrem Gesicht treten. Manchmal dauert es ein Weilchen, bis der Blick dafür geschärft ist. Der Moment aber, in dem es „Klick“ macht, ist pure Magie.

Ich kann euch versprechen, dass ihr euch dann mit ganz anderen Augen wahrnehmt. Ab diesem Zeitpunkt ist es praktisch unmöglich, jemals wieder ein Oberteil in der falschen Farbe zu kaufen. Ihr lernt genau zu unterscheiden, welche Farben euch frisch und gesund aussehen lassen und welche Farben die Chance auf eine Krankschreibung beim Arzt erhöhen. Man kann es kaum beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Inske und ich bekommen jedenfalls regelmäßig Gänsehaut, wenn „es“ passiert.

Und das Ergebnis?

Unsere Testkandidatinnen haben diesen Moment alle auf unterschiedliche Weise erlebt. Alex zum Beispiel erlebte ihr blaues Wunder mit dem rosa-weiß gestreiften Schal aus meinem Shop, gegen den sie sich so vehement gewehrt hatte („Spinnt ihr? Ich ziehe doch nichts Rosafarbenes an!“). Dann brachte er ihre blauen Augen jedoch so toll zum Strahlen, dass sie ihn nun jeden Tag trägt.

Babsi wiederum ging eine unwiderstehliche Symbiose mit einem hellgrauen T-Shirt aus unserer Klamottenkiste ein. Sie behielt es gleich an und tauschte es gegen einen Schal, der nun nicht mehr zu ihr passte. Sonja verliebte sich in den ganz speziellen Blauton eines Gästehandtuchs, das ich in einer kleinen Pause zufällig, nun ja, auf dem Gäste-WC entdeckt hatte. Und Elke freute sich als begeisterte Skifahrerin und Winterkind, dass sich das auch in ihrem Farbtypen widerspiegelt.

Darüber hinaus hat jede von ihnen eine ganz eigene Farbpalette für sich definieren können, die Inske anschließend in einem Pocket Guide fürs Handy festhielt.

Für mich selbst war das größte Learning, dass drei der Damen einfach hinreißend in einem fliederfarbenen Viskosestoff aussahen, den ich eigentlich als Futterstoff bestellt hatte. Hier muss ich tatsächlich überlegen, wie ich daraus nun ein ganz besonderes Divenkleid kreiere. Vielleicht wird das der ultimative COLOUR STORIES Bestseller 😉

Ihr seht also, wie es hinter den Kulissen von COLOUR STORIES zugeht: unkonventionell und improvisiert, aber mit Spaß und großer Leidenschaft!

Farbberatung – Mehrwert für alle

Nach den tollen ersten Erfolgen arbeiten wir nun daran, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. Es soll der (zukünftigen) Kundin von COLOUR STORIES einen echten Mehrwert bieten. Zwar gibt es noch kein bestimmtes Format, aber wir sammeln fleißig Ideen und Input von allen interessierten Leserinnen, die das magische Farbcoaching à la Inske einmal selbst erleben möchten.

Neben klassischen Einzelterminen könnten wir beispielsweise Gruppentermine im Freundinnenkreis anbieten, bei denen ihr euch unter Anleitung (und/oder Alkoholeinfluss) gegenseitig beratet. Oder wir bauen einen Kleiderschrank-Check mit ein und helfen euch, auszumisten. Oder … oder … oder …

Schickt uns eure Ideen und gebt uns Rückmeldung: habt ihr bereits Erfahrung mit einer Farbberatung gesammelt? Was habt ihr daraus gelernt? Was würde euch sonst noch interessieren zu erfahren? Vielleicht habt ihr auch bestimmte Kleidungsstücke im Schrank, die ihr gern mal „checken“ wollt? In welcher Form würdet ihr eine Farbberatung in Anspruch nehmen? Was wäre euch das wert? Und natürlich haben wir ja noch die drei Eingangsfragen von ganz oben.

Schreibt uns unten ins Kommentarfeld, eine E-Mail an mail@colourstories.de oder einen Kommentar unter den heutigen Facebook-Post.

Unter allen Rückmeldungen, die wir bis zum 31. Mai erhalten, verlosen wir drei kostenlose Farbberatungen!!!

Inske wünscht sich zur Abwechslung mal einen warmen Farbtypen, aber das ist kein Ausschlusskriterium für alle anderen. Männer dürfen natürlich auch mitmachen. Die einzige Bedingung ist, dass die Termine im Raum München und bei Tageslicht stattfinden (Gardasee zählt als erweiterter Speckgürtel ;-).

Bitte teilt diesen Artikel fleißig mit allen, die schon immer mal eine Farbberatung machen wollten oder dringend eine nötig haben. Wir freuen uns auf euer Feedback!

4 Comments
  • Dannie

    31. Mai 2019 at 23:52 Antworten

    Liebe Tanja!
    Jetzt muss ich mich aber beeilen 😀

    Ich trage gern rosa, rot und ein bisschen gelb & natürlich schwarz weil ich denke, dass mir die Farben einigermaßen gut stehen. Mein Traumkleid wäre vermutlich in schwarz oder in einem recht dunklen rot. Es sei denn, du/ihr würdet mich von ner anderen Farbe überzeugen .
    Liebe Grüße, Daniela

    • Tanja

      2. Juni 2019 at 11:24 Antworten

      Hahaha, das war ja gerade noch rechtzeitig 😉 Na dann werde ich nach einem schönen Rot für dich Ausschau halten!

  • Tina Schlenther

    22. Mai 2019 at 9:59 Antworten

    Hi Tanja

    Danke für die interessanten News! Gern beantworte auch ich die Fragen:
    •Was für Farben trägst du gern?: Blau, Blau, Blau – oder auch lilablaßblau bis Kornblumen/Glockenblumen und dunkelblau und (Überraschung!): pink (Barbie bis Fuchsia)
    •Welche Farben stehen dir besonders gut? – Blau (hoffentlich!!!)
    •In welcher Farbe würdest du dir dein Traumkleid aussuchen? Glockenblumenblau

    • Tanja

      22. Mai 2019 at 11:13 Antworten

      Klasse Tina, vielen Dank!

      Genau diese Antwort hatte ich von dir erwartet 😉 Mein lila Viskosetraum würde dir bestimmt auch super stehen. Falls du die Farbberatung gewinnst, gehen wir gleich zum Processo über, oder?

      Gute Fahrt und schöne Ferien!
      LG, Tanja

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