Nachhaltige Strumpfhosen – 10 Tipps für deinen nächsten Einkauf

Nachhaltige Strumpfhosen

Nachhaltige Strumpfhosen – gibt es das überhaupt? Die Antwort ist ganz klar: jein!

Eigentlich ist es ein Widerspruch in sich, denn die Herstellung von Strumpfhosen ist extrem umweltbelastend. Nylon, Polyamid und Elasthan, aus denen die meisten Strumpfhosen hergestellt sind, bestehen zu 85% aus Erdöl. Dazu kommt, dass sie als reines Wegwerfprodukt konzipiert sind, weil sie so schnell kaputt gehen.

Wer kennt das nicht: neue Strumpfhose gekauft und schon beim ersten Hochziehen zieht sie eine Laufmasche. Und das betrifft nicht nur die billigen Modelle aus der Drogerie, sondern oft auch die teuren Strumpfhosen aus dem Fachhandel. Was für ein Frust! Es gibt sogar das Gerücht, dass Strumpfhosen von vorn herein in minderwertiger Qualität hergestellt werden werden, damit die Kundinnen immer wieder neu kaufen müssen.

Ein weiteres Problem ist, dass sich Strumpfhosen oft nicht so toll an auf der Haut anfühlen. Sie müffeln schnell und rutschen herunter. Ohne Strumpfhosen geht es im Winter aber nicht. Deshalb lohnt es sich, nach Alternativen zu suchen, die nicht nur länger halten, sondern auch angenehm zu tragen sind. Denn je länger eine Strumpfhose hält und je öfter wir sie tragen, desto nachhaltiger ist sie auch.

Zum Glück tut sich in der Strumpfhosenforschung einiges, so dass es sich lohnt, immer mal wieder nach neuen Marken und Modellen Ausschau zu halten. Im Folgenden stelle ich euch eine Auswahl vor, die ich als Alternative zu herkömmlichen Feinstrumpfhosen gefunden habe.

 

Ansatz 1: Langlebigkeit

Eine Reihe von engagierten Herstellern, oder besser gesagt, Herstellerinnen, haben sich Gedanken gemacht, wie Strumpfhosen länger halten und reißfeste, wirklich stabile Fasern entwickelt.

Hedoine
Nahtlos, vegan und extra dort verstärkt, wo die Strumpfhose typischerweise kaputt geht. Das neu gegründete Label aus England produziert reißfeste 20den Strumpfhosen mit extra breitem Bund, verstärkter Sohle und ultrasoftem Griff. Die Produktion erfolgt klimabewusst in Italien, die Modelle sind im Baukastensystem in verschiedenen Farben, Bundhöhen und Größen bestellbar.

Bataillon Belette
Pia und Daniel, die beiden Gründer der deutschen Marke Bataillon Belette, kommen ursprünglich aus der Automobilbranche und haben für ihre Strumpfhosen ein extra robustes und langlebiges Material entwickelt, das sie praktisch reißfest macht.

 

Ansatz 2: Naturfasern einweben

Kunert und Falke
Die klassischen Hersteller Kunert und Falke haben seit einigen Jahren Modelle im Programm, denen hochwertige Naturfasern beigemischt sind. Das macht die Strumpfhosen zwar nicht recyclingfähig, doch das Hautgefühl, der Tragekomfort und die Atmungsaktivität verbessern sich dadurch deutlich.

Meine absolute Lieblingsstrumpfhose ist die Kunert Velvet 40. Es gibt sie als Strumpfhose, Leggings oder Söckchen und ich habe sie in allen Farben. Einige besitze ich schon seit zwei Jahren und obwohl ich sie immer wieder wasche und anziehe, gehen sie einfach nicht kaputt. Vom gleichen Hersteller gibt es auch die Soft Wool Cotton sowie die Sensual Merino. Von Falke gibt es die Cotton Touch.

Bei diesen Herstellern kaufe ich sehr gerne, weil es deutsche Traditionsunternehmen sind und weil sie in fast jedem Kaufhaus zu finden sind.

Erlich Textil
Die sehr engagierte Firma Erlich Textil aus Köln setzt auf innovative Pflanzentechnik und hat eine Faser aus nachwachsenden Rizinussamen entwickelt. Keine Sorge, die Strumpfhose hat keine abführende Wirkung! Das Modell

Hildegard besteht zu 90% aus dieser neuartigen Evo Faser und wird komplett klimaneutral produziert. Darüber hinaus hat Erlich auch ein sehr hochwertiges Wäsche- und Naturkosmetiksortiment.

 

Ansatz 3: Recycling

Ja, auch das ist möglich. Allerdings nur mit sortenreinen Strumpfhosen, also solchen, die nur aus einer einzigen Faserart bestehen.

Swedish Stockings
Das Label aus Schweden hat die größte Auswahl an nachhaltigen Strumpfhosen und ist ein echter Pionier auf diesem Gebiet. Die Gründerinnen Linn und Nadja fertigen ihre Strumpfhosen im Zero-Wast-Prinzip aus Nylonreststoffen und haben als erste ein funktionierendes Recycling Programm aufbaut. Statt gebrauchte Strumpfhosen wegzuwerfen, können die Kundinnen sie einsenden und erhalten 10% Nachlass auf ihren nächsten Einkauf.

Kunert
Bei Kunert gibt es gleich zwei Produkte, die nach zwei unterschiedlichen Recyclingprinzipien produziert werden:

Die Blue50 wird zu 100% aus Econyl hergestellt, das ist eine Nylonfaser, die aus alten Fischernetzen gewonnen wird. Außerdem wird pro verkaufter Strumpfhose ein fester Betrag an den Meeres- und Küstenschutz gespendet.

Die Blue90 wird aus Materialien produziert, die biologisch abbaubar sind. Hierbei wird das Ausgangsmaterial beim Herstellungsprozess chemisch in ein Garn umgewandelt, das bei der Entsorgung zerfällt und biologisch abbaubar ist. Was genau dahinter steckt, wird auf der Webseite nicht erklärt. Hoffen wir einfach mal, dass es sich dabei wirklich um etwas Gutes handelt!

 

5 persönliche Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Zum Schluss noch meine fünf persönlichen Tipps, mit denen du länger Freude an deinen nachhaltigen Strumpfhosen hast:

  1. Eine Nummer größer kaufen.
    Dann sitzen sie nicht so straff und du fühlst dich weniger eingeengt. Außerdem brauchst du keine Superkräfte zum Hochziehen und die Gefahr sinkt, dass du sie mit den Fingernägeln beschädigst.
  2. Dem Hautgefühl folgen.
    Manche Strumpfhosen spürt man den ganzen Tag, andere überhaupt nicht. Folge einfach deinem Gefühl und nimm die, die sich für dich am besten anfühlt. Das Nachkaufen wird außerdem einfacher, wenn du einmal die passende Strumpfhose für dich gefunden hast.
  3. Auf Glanz und Gloria verzichten.
    Hochglänzende Strumpfhosen machen dicke Beine, hat schon Mama Heidi ihren Modelküken gesagt. Auch sind dunkle Farben vorteilhafter, weil helle Farben oder bunte Muster auftragen. Ja, langweilig, ich weiß. Aber als Hingucker gebe ich eindeutig meinen Kleidern den Vorrang.
  4. Füße und Zehennägel abfeilen.
    Ein so offensichtlicher wie essentieller Tipp: raue Fersen scheuern die Strumpfhose schneller durch und machen Laufmaschen. Das Gleiche gilt für die Zehenspitze und Nägel. Also vor dem Anziehen schnell checken, ob da etwas weg muss. Eine Minute Aufwand, die bares Geld spart!
  5. Auf Vorrat kaufen
    Nichts ist blöder, als sich morgens fertig zu machen und dann reißt die einzige Strumpfhose, die zum Kleid passt. Außerdem sind bestimmte Modelle gerne mal vergriffen. Deshalb kaufe ich immer gleich zwei oder drei Stück auf einmal. So kann ich sicher sein, dass immer ein kleiner Vorrat da ist.

Weitere Tipps für nachhaltige Strumpfhosen

Kennst du weitere nachhaltige Strumpfhosen oder Marken, die hier erwähnt werden sollten? Was sind deine Erfahrungen damit? Schreib mir gerne an mail@colourstories.de. Du kannst mir auch unter dem Post einen Kommentar hinterlassn.

Photo by Danilo Batista on Unsplash

PS. Die verlinkten Produkte sind meine persönlichen Empfehlungen. Ich erhalte von keiner Firma Geld oder sonstige Leistungen.

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